Microsoft Technical Summit 2014 in Berlin

2014-11-14_08-04-57Microsoft Technical Summit 2014 in Berlin – Mein ganz persönliches Resume

Zum ersten mal wurden von Microsoft (Deutschland) zwei Konferenzen für verschiedene Zielgruppen (IT-Pros und Developer) zu einer „großen" Konferenz zusammengelegt.

Der Microsoft Technical Summit.

Die Veranstaltung fand vom 11-12.11.2014 in Berlin im Hotel Moa mit ingesamt 800 Teilnehmern und einer stattlichen Anzahl von Gästen (inkl. dem neuen Mann an der Spitze bei MSFT Satya Nadella) statt.

Ich, der in früheren Jahren (fast) jede Microsoft Veranstaltung, egal ob diese in Deutschland oder USA stattgefunden hat, besucht hat um Neuigkeiten aus erster Quelle zu erfahren und um Kollegen zu treffen (ja das war früher noch mehr notwendig wie heute, da man nicht über soziale Netzwerke quasi ständig in einer großen WG gelebt hat), habe das in den letzten Jahren nicht mehr gemacht.

Diese „neue“ Veranstaltung in Berlin hat mich aber gleich aus mehreren Gründen dazu bewogen mal wieder an einer Microsoft Veranstaltung teilzunehmen.

  • Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin
  • Netzwerken (auch mal wieder mit MSFT Mitarbeitern persönlich ein Gespräch führen)
  • MSFT ist seit 2 Jahren in einer tiefen Windows 8 Krise (so ist meine Meinung) und muss zeigen wie sie da raus kommen
  • Weil ich einfach Bock drauf hatte 🙂

Kurz bevor der Trip nach Berlin los gehen sollte, dann aber „Streikankündigung“ durch die GDL.

HDNGDL GDL sag ich da nur, aber dann hat die GDL (sicher nicht wegen mir) Ihren Streik früher als angekündigt beendet und alles konnte wie geplant beginnen.

Nun da ich gerade im Zug nach Hause sitze kann ich aber sagen, dass nicht nur die Fahrt nach Berlin sondern auch die Rückreise mit der Bahn ziemlich planmäßig und problemlos funktioniert hat..

So nun aber (erst mal kurz) zum eigentlichen Event!

Der Tag 1 wurde eröffnet von einer Keynote mit einem "Special Guest Satya Nadella“!

2014-11-14_08-06-55Scheinbar wurde aber dessen Ankunft und der Zeitpunkt seines Auftritts im Vorfeld nicht so ganz 100 prozentig abgesprochen. Die Moderation der Keynote hat es deswegen nicht ganz leicht gehabt diese Ungewissheit um den tatsächlichen Zeitpunkt des Auftritts zu verbergen. Obwohl, ich sagen muss, dass sie es ganz gut gemacht haben.

Der eigentliche Auftritt von Satya Nadella war professionell, auch wenn man an seiner Körpersprache (ständig zappelnder Fuß) ein wenig Nervosität ablesen konnte.

Die fragen die man in der Q&A mit Satya Nadella gestellt hat, waren natürlich vorher (sicherlich von einem Team von Satya Nadella) ausgewählt und auch schon die Antworten vorbereitet. Auch wenn es nicht abgelesen oder auswendig gelernt wirkte, konnte man doch feststellen dass die Antworten im Vorfeld wohl überlegt ausgearbeitet wurden (OK, man hätte sich auch nichts anderes vorstellen können).

Auf die Session an beiden Tagen will ich nicht im einzelnen eingehen.

Es gab solche und solche. die einen mit mehr Informationsgehalt (für mich) die andere mit etwas weniger (für mich).

Aber bei Vorträgen, egal ob fachliche Vorträge oder andere, es gibt halt Menschen die könnten einfach aus dem Telefonbuch ablesen und es wäre kurzweilig und interessant und es gibt die anderen, die könnten das achte Weltwunder verkünden und man würde dabei einschlafen.

Ich möchte nun aber zuerst einmal auf die Organisation der Veranstaltung und auf den Veranstaltungsort zu sprechen kommen.

Microsoft hat mit dem Austragungsort Berlin sicherlich nichts falsch gemacht, beim Tagungshotel hingegen, bin ich mir nicht so sicher ob diese Wahl wirklich das Optimum war.

Folgende Dinge sind mir (negativ) aufgefallen.

W-LAN

Auf einem technischen Event (fast nur Nerds am Start) darf es doch heute nicht mehr sein, dass es kein W-LAN für die Teilnehmer gibt. Klar ist W-LAN für mehrere hundert Teilnehmer, mit vermutlich auch noch immer gleich 2 oder 3 Geräten (Es gab sicherlich den einen oder anderen der mit wesentlich mehr Gadgets aufgeschlagen war), eine Herausforderung, aber wir waren ja nicht beim Verband der Bäcker oder Metzger, sondern bei einer Veranstaltung von Microsoft, der Firma die "Mobile First Cloud First“ auf Ihre Fahne geschrieben hat. Hinzu kommt, das Microsoft die Teilnehmer dazu animiert sich unter Verwendung des Hashtag #msts14 sich auf Twitter und Facebook über die Veranstaltung zu äußern.

So geht „Social Media“ nicht.

Catering

Das Catering …. weiß gar nicht wo ich da Anfangen soll.

Das Catering war völlig überfordert.

Am ersten Tag war das Mittagessen teilweise völlig kalt (Kartoffel wie aus dem Kühlschrank), Fleisch (Schweinefleisch) mehr Rare als leicht rosa.

Was aber ganz besonders negativ aufgefallen ist, das war die Unfreundlichkeit mit der das Personal vom Catering mit uns den Teilnehmern umgegangen ist.

Hier ein Beispiel was ich mit unfreundlich meine:

Unsere Session vor dem Mittag war etwas früher zu Ende und ich wollte mit ein paar Kollegen noch vor dem Mittag einen Kaffee trinken und über die Session sprechen.
Dazu haben wir uns nach oben begeben und wollten uns einfach an einen der Tische stellen (an denen wir auch sonst zwischendurch gestanden haben um einen Kaffee zu trinken) und dort den eben bereits erwähnten Kaffee zu uns nehmen, bevor wir anschließend wenn das Buffet eröffnet, sicherlich auch etwas zu Mittag zu essen (Dieses bereits erwähnte kalte Essen). Beim Versuch uns an einen dieser Tische zu stellen (die nicht direkt am Catering standen) wurden wir (fast mit körperlicher Gewalt) dazu genötigt, dass wir bis ganz hinten ins anschließende Restaurant durchgehen sollte. Es würden gleich 800 Leute kommen und da könnten sich nicht die ersten hier vorne aufhalten.

HALLO!!

  • Wir standen nicht ganz vorne (übrigens standen da schon andere an den Tischen rum)
  • Wir standen auch nicht im Bereich des Catering

Aber das wichtige ist eigentlich: Ganz egal was die sagten und welche Anweisungen auch immer die von wem auch immer bekommen hatten, hier wurde vollkommen vergessen wer Gast ist, „so“ kann und darf man nicht mit Gästen umgehen.

Das „Abendessen“ Burger war dann aber noch schlimmer als das Mittagessen.

Wie kann man bei 800 Personen, 2 Ausgabestellen mit jeweils 1 Person die Burger belegt, OK es war auch noch eine Person die vorher Ketschup auf die kalten Brötchen geschmiert hat, aufbauen.

Das war so unprofessionell

Die Schlangen, an die man sich anstellen musste um einen dieser „Burger“ zu erhaschen, wurden überhaupt nicht kleiner, schlimmer war dann nur noch das Essen selbst, die Burger lauwarm, das Brötchen ganz kalt.
Aber die absolute Krönung waren das was als Pommes Frites dazu gereicht wurden. Die Pommes wurden nicht frittiert sondern scheinbar in einer lauwarmen Fritteuse aufgetaut. Innen Roh und außen nur voll Öl gesaugt in etwa die Konsistenz einer zu lange gekochten Maccaroni.

Ich konnte das wirklich nicht Essen und ich glaube gut daran getan zu haben, da einer unserer Mittstreiter tatsächlich kurze Zeit später den Abend mit Magenkrämpfen frühzeitig beenden musste.

Sauberkeit

Wenn ich weiß, dass sich 800 Personen in meinem Hotel aufhalten und diese zu festen Zeiten sich in Tagungsräumen befinden und zu festen Zeiten Pause haben, dann „muss“ ich als Veranstalter (Hotel) dafür sorgen (können), dass die Sanitären Anlagen zu jeder zeit in einem einwandfreien sauberen Zustand sind.

In den Session Zeiten muss dann jemand in den Toiletten dafür sorgen dass die Eimer mit Papierhandtücher geleert und frische Handtücher und Seife aufgefüllt werden. Dann muss eben auch mal ein Putztrupp (oder eine Klofrau/Mann) dafür sorgen dass man sich nicht ekelt wenn man die sanitären Anlagen aufsucht.

Das ging gar nicht

Nachdem ich mich aber am zweiten Morgen (da sah es schon wieder so aus) per Twitter über den Zustand bei MSFT beschwert habe, nehme ich an dass man hier das Hotel darauf aufmerksam gemacht hat, da sich der Zustand in den Toiletten danach etwas gebessert hat.

Aber noch einmal zurück zum eigentlichen Event (den ich viel mehr hätte genießen können wenn die Rahmenbedingungen besser gewesen wären).

Unterm Strich bereue ich es trotzdem nicht einige hundert € in die Hand genommen zu haben und ein paar Tage die Arbeit im Büro ruhen habe lassen um an diesem Event teilgenommen zu haben.

Ich hatte sicherlich auch nicht, wie jemand auf Twitter meinte, "zu hohe Erwartungen" an die Veranstaltung.

Es hatten sicherlich auch nicht alle Sprecher Ihren besten Tag (OK, es gab auch einen der hatte wohl einen schwarzen Tag – Ich habe das mit „Ups die Pannenshow“ bezeichnet – Es hat einfach keine einzige Demo funktioniert), aber vielleicht war ich auch nur in der einen oder andere falschen Session.
Immerhin hatte ich sowohl am ersten als auch am zweiten Tag das Glück die eine oder andere „gute Session“ zu erwischen.

Dank Dariusz und Kollege Gunter hatte ich am ersten Tag einen guten Einstieg in die Sessions und am zweiten Tag hatte ich das Glück (auch wenn ich den Vortrag eigentlich schon kannte) einen wie immer gut aufgelegten Christian Weyer in einer voll besetzen Session bei seiner Aufführung anschauen zu dürfen.

Wenn mich heute jemand fragen würde ob ich beim nächsten Event dieser Art von MSFT (im gleichen Veranstaltungsort) wieder teilnehmen würde, wäre die Antwort vermutlich „eher nicht“. Was aber wirklich nicht an MSFT direkt und schon gar nicht an dem Format der Veranstaltung liegt, sondern einfach an mangelnder Professionalität der im Veranstaltungsort beschäftigen Mitarbeiter und des Managements dass diese Mängel in Ihrem Haus zulassen.

Nachdem ich einmal mehr gesehen habe das "Geld und große Namen" nicht unbedingt dazu führen dass eine Veranstaltung ein Selbstläufer wird muss ich auf jeden Fall zum Schluss all denen noch mehr Respekt zollen die es immer wieder schaffen geile Community Veranstaltungen in Eigenregie mit ganz kleinen Budgets auf die beine zu stellen.

Vielleicht sind auch 800 Leute einfach zu viel!

5 Gedanken zu „Microsoft Technical Summit 2014 in Berlin“

  1. Schöner Artikel.
    Ich war in Bezug auf das fehlende W-Lan noch mehr betroffen als der Hans-Peter, denn ich hatte dazu auch keinen Handyempfang. Das sollte bei der nächsten Veranstaltung besser werden, womit wir schon bei dem Grund für meinen Kommentar sind.

    Wenn ich das Hotel (zu mir war das personal freundlich) mal von der Veranstaltung abziehe war für mich der Ort (Berlin) als auch das Format (>800 Teilnehmer) mit top Sprechern wie Sascha Dittmann, Christian Weyer, Michael James und vielen anderen wirklich gut. Bitte im nächstem Jahr wieder.

    Was ich mir wünschen würde geht in eine andere Richtung.
    Wenn ich die Veranstaltung jetzt noch einmal neu planen könnte wäre der Ablauf folgender:
    – Dienstag Nachmittag nur eine Session mit Eröffnungskeynote und einigen Ankündigungen die wirklich NEU sind aus Berlin (damit der Veranstaltung eine gewisse Bedutung zukommen lassen). Ausklang der Keynote mit einem Stream der Connect();-Ankündigungen aus New York und damit die Teilnehmer dem Netzwerken, Spekulieren und Erstauntsein überlassen. Mittwoch und Donnerstag dann die Konferenz mit der einen oder anderen Session in der die Sprecher auch sagen dürfen was sie schon wussten und den Teilnehmern somit einen kleinen Vorsprung (oder zumindest das Gefühl) geben können.

    Das wäre mein Traum gewesen 🙂 , das und WLAN.

    Trotzdem hoffe ich, dass Microsoft an einer großen Konferenz für Deutschland festhält.

    Viele Grüße
    Alex

  2. Ohjeh. Dabei hatte ich bei all dem Facebook- und Twitter-Strom das Gefühl, dass da eine echt tolle Veranstaltung läuft. Zumindest inhaltlich hat es aus der Ferne betrachtet lohnenswert ausgesehen.

    Ich hatte mich, so als ehemaliger MS-Sprecher, sehr darüber gefreut, dass es mal wieder eine größere, hauseigene Veranstaltung gibt. Das hatte für mich früher immer eine ganz besondere Stimmung. Deshalb hoffe ich, dass dieser Trend auch weiterhin beibehalten wird.

    Bei deinen Ausführungen bei W-LAN und Catering weiß ich nie so genau, ob ich das lustig oder traurig finden soll 🙁 Ich weiß ja, dass W-LAN bei 800 Nerds eine technische Herausforderung ist. Allerdings habe ich schon Events (USA) erlebt, bei denen das MS mit wesentlich mehr Teilnehmern durchaus in den Griff bekommen hat. Dort dann sogar mit dem internen Firmennetz. Naja. Eines Tages….

    Das Catering- und Personal-Thema, so scheint mir, ist so eine Berliner Eigenheit. Ich habe dort eigentlich am laufenden Band das Gefühl als Gast nicht willkommen zu sein – ist wohl ne kulturelle Sache 😉 Das lässt sich als Veranstalter im Vorfeld natürlich schwer abfedern. Man könnte natürlich Veranstaltungen immer an den selben Orten machen, an denen man schon gute Erfahrungen gemacht hat. Aber dann wird geschimpft, dass es immer die selben langweiligen Veranstaltungsorte sind 😉 Wie man’s macht…

    Cheers
    Tom

  3. Tom, bitte nicht auf Berlin schieben, es lag an diesem Venue.
    Zudem war es nicht nur auf das Catering und WLAN beschränkt. Die Räume waren zwar gross genug, aber schon die Gänge und Treppenhäuser sorgten doch für erhebliche Staus. Im Falle eines Feuers und anschließenden panischen Herdenverhaltens wäre eine Katastrophe nicht mehr vermeidbar, da nützt auch kein Hinweis auf die vorhandenen Notausgänge. Ich habe es schon lange nicht mehr gesehen, dass man mehr als 10 Minuten braucht, um einen Saal leer zubekommen. Das Moa war einfach in jeder Hinsicht mit 800 Teilnehmern überfordert.
    Es gibt in Berlin einige Veranstaltungsorte, die auch „gespürt mühelos“ mehrere 1000 Teilnehmer bewirten können, das habe ich sowohl als Teilnehmer als auch Mitveranstalter schon erlebt. Auch MS kennt diese Venues.
    Über die Gründe kann man nur raten. Vielleicht wollte MS hier sparen, oder der optimale Ort stand – auch aufgrund der kurzen, nur 3 Monaten währenden Planungszeit – nicht zur Verfügung.

    1. Der Grund für diese Location, soweit ich das aus Gesprächen mitbekommen habe, war schlicht die Verfügbarkeit. Hier gab es zwei Faktoren: Eine freie Location und der Terminkalender von Satya.

      Eventuell hat man auch einfach zu viele Anmeldungen zugelassen. Zumindest für den Crossplattform Workshop war das der Fall. Statt 30 waren hier 120 Teilnehmer am Start. Dass ein „Workshop“ so nicht mehr funktionieren kann, dürfte jedem klar sein. Das hat aber die Event-Agentur vermasselt.

  4. Nachdem ich leider nicht zur Evolution 2013 kommen konnte, war ich dieses Jahr mit meinem Bruder zusammen auf der #msts14 als Speaker und habe mein Lieblingsthema "Microsoft Fakes" wieder aufnehmen können.

    Mit dem Catering muss ich euch leider wirklich Recht geben. Marcus ist Veganer, ich bin Vegetarier. Und damit hatte sich das Thema essen auf der Konferenz leider erledigt. Wir haben das Problem für uns dann anders gelöst und sind Abends noch schnell runter zu Edeka gegangen und haben uns so versorgt. 🙂

    Was uns als Speaker eher gerärgert hat, war, dass die Technik zunächst nichts mit einem Standard VGA Anschluss anfangen konnte und wir somit erst knapp 20 Minuten nach eigentlichem Sessionbeginn anfangen konnten. Aber nicht auf unserer Hardware, sondern notdürftig auf dem Notebook, auf dem die #msts14 Slides liefen. Natürlich hätten somit unsere Demos nicht funktioniert.

    Glücklicherweise war der Kollege von der Technik wirklich engagiert und hat die Konferenz nach einem passenden Adapter für meinen Mini-Displayport Anschluss abgegrast. Kurzum: Er wurde fündig und dann klappte auch alles mit unserem Lenovo T430s.

    Ich hatte in Summe den Eindruck, dass die Session ganz gut angekommen war und sollte das hier jemand lesen, der dabei war: Danke für die Geduld! Wir hatten nämlich die letzte Session an dem Tag… und standen quasi zwischen den Teilnehmern und Gratis-Bier. Eine echte Herausforderung ^^.

    In Summe empfand ich die Organisation der Visual Studio Evolution 2012 auch deutlich besser. Nichts desto trotz gibt es Veranstaltungen, da muss man einfach dabei sein. Und die Technical Summit 2014 gehörte definitiv dazu. Die Kritik der Teilnehmer wird dazu führen, dass kommendes Jahr an diversen Stellschrauben gedreht wird. Und auf das Ergebnis freue ich mich schon!

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